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Madagaskar: Armutsbekämpfung und Entschuldung durch Spargruppen

 
 

 

Die Situation der armen Bevölkerung – auf dem Land ebenso wie in der Stadt – bleibt beunruhigend: Rund vierzig Prozent der Bevölkerung sind chronisch mangelernährt. Wenn der Reisvorrat nicht bis zur nächsten Ernte reicht, bei Krankheiten in der Familie, aber auch vor dem Schuleintritt der Kinder sind viele Familien gezwungen, sich bei den örtlichen Händlern oder reichen Nachbarn Lebensmittel oder Geld auszuleihen. Diese verlangen bei der Rückerstattung bereits nach einigen Wochen bis zu 300 Prozent Zins. Entwicklung ist so keine möglich.

Wenn eine Familie in diese Schuldenfalle gerät, kann sie sich nur schwer wieder daraus befreien. Deshalb schlagen die Partnerorganisationen von Fastenopfer den Betroffenen vor, eigene Spar- und Kreditgruppen zu gründen. Als Erstes setzen sich die Leute zusammen und legen gemeinsam fest, wie viel sie wöchentlich oder monatlich sparen und ob sie nur kleine Geldbeträge oder auch Reis und andere Lebensmittel zusammenlegen. Es wird besprochen, zu welchem Zweck die Ersparnisse genutzt werden dürfen und ob ein kleiner Zins verlangt wird.

Dank dieser Spargruppen gelingt es armen Bäuerinnen und Bauern, Handlangern und Arbeiterinnen, sich innerhalb von zwei bis drei Jahren von den drückenden Schulden zu befreien. Sie werden unabhängiger und fühlen sich sicherer, denn nun können sie sich gegenseitig aushelfen und müssen keine Wucherzinsen mehr bezahlen.
Fast alle Gruppen führen gemeinsame Aktivitäten durch, welche allen zugute kommen und mithelfen, die Kasse weiter zu füllen: Sie legen gemeinsam zusätzliche Reis- oder Maniokfelder an, sie züchten Enten oder führen einen kleinen Laden. Inzwischen gibt es in 12 der 22 Regionen Madagaskars rund 7500 Gruppen.

 

Ausführliche Programmunterlagen

 

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